SPD-Ortsverein Celle

Ihre SPD in der Stadt Celle

SPD-Ortsverein erinnerte an die Opfer des Massakers vom 08. April

Auch in diesem Jahr hat der SPD-Ortsverein Celle an die Opfer des Celler Massakers vom 08. April 1945 gedacht. Bei der Gedenkfeier am gestrigen Nachmittag erinnerte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dietrich Burggraf an die Schicksale der vielen unschuldigen Opfer, die von Celler*innen und NS-Einheiten gejagt und ermordet wurden. Der Zeitzeuge Martin Maerker, damals 15 Jahre alt, berichtete aus seinen Erinnerungen von diesem schrecklichen Tag. Horst Stehr stellte das Schicksal eines der Opfer vor. Gemeinsam mit der Stadtratsfraktion, den Jusos und der AG 60+ legte der Ortsverein Kränze am Mahnmal in den Triftanlagen nieder.


Die Gedenkfeier fand große Resonanz in der Zivilgesellschaft, bei Vereinen und Verbänden, Menschen, die für Toleranz gegenüber Jedermann und Jedefrau, für Freiheit, Menschlichkeit und demokratische Grundwerte, kurz für bunt statt braun eintreten. 120 Bürger*innen wohnten der Gedenkfeier bei.

Es ist immer wieder zu sagen: Es ist nicht möglich, Geschichte zu entmachten. Es gibt keine Gnade der späten Geburt. Die Geschichte holt uns immer wieder ein, nicht zuletzt in den heftigen Reflexen der Stammtische, der Rechtspopulisten, der alltäglichen Fremdenfeindlichkeit, des Antisemitismus und des Rassismus. Es ist die Geschichte unserer Großeltern und Urgroßeltern. Sie liegt über 70 Jahre zurück. Es ist unsere Geschichte. Und sie ist gegenwärtig. Ob wir wollen oder nicht. Leid lässt sich nicht aufrechnen. Über Schuld richten wir Jüngeren zwei Generationen später nicht. Das ist historisch entschieden. Unsere Aufgabe ist und bleibt jedoch, nach vorwärts zu erinnern.

Ereignisse wie das Celler Massaker müssen uns auf ewig Mahnung sein:

Es war schrecklich. Am 8. April 1945. Und an den folgenden Tagen.

Der Celler Bahnhof wird von alliierten Streitkräften bombardiert. Getroffen wird auch ein Güterzug, der als Räumungstransport über 4000 Häftlinge aus Außenlagern des KZ Neuengamme in das Inferno Bergen-Belsens bringen soll. In ihm zusammengepfercht: Menschen. Kinder, Frauen und Männer ohne nennenswerte Versorgung. Es gibt unzählige Opfer. Die Wachmannschaften türmen und die Überlebenden befreien sich. Auf der Suche nach Schutz und Nahrung flüchten sie in die umliegenden Kleingärten und ins Neustädter Holz. Ohne Ortskenntnis, krank und entkräftet.
Wenige Stunden später sammelt der Oberbürgermeister der Stadt „ehrbare“ Bürger*innen und fordert sie auf, zu ihren Jagdwaffen zu greifen. Unterstützt von Organisationen des NS-Regimes, der Polizei, der SS, der Wehrmacht, des Volkssturms und der Hitler-Jugend wird eine erbarmungslose Menschenjagd durchgeführt, der mehrere hundert Menschen hilflos zum Opfer fallen.

Sie durchkämmen das Neustädter Holz. Bis tief in die Nacht sind Schüsse und Schreie zu hören. Und an den folgenden Tagen auch. Am Schluss in Bergen Belsen: Von den 4000 Menschen des Transportes überleben 1500 bis zum Eintreffen der Alliierten. 170 von ihnen wurden vor Ort hier ermordet. Das sind die schrecklichen Fakten.
Aber es geht nicht allein um Opferzahlen. Jahrzehnte lang wurde alles verschwiegen. Erst seit Anfang der 8oer-Jahre hat sich eine Bürgerinitiative der Geschichte des Massakers angenommen. In den 90er- Jahren wurde das Denkmal in der Trift errichtet. Schamhaft platt, unkenntlich, aus der Entfernung nicht wahrzunehmen, während die Kriegerdenkmale hier in der Triftanlage weithin sichtbar sind.

Es ist sehr zu begrüßen, dass neben dem Mahnmal nun eine gut sichtbare Informationstafel errichtet wurde – und damit die langjährige Initiative des SPD-Ortsvereins und der SPD-Stadtratsfraktion umgesetzt wurde.

SPD Celle – bürgernah und politisch aktiv

Das Jahr 2018 stand ganz im Zeichen einer Erneuerung und Weiterentwicklung der SPD in der Stadt Celle.

Den Jahresbericht über unsere Aktivitäten finden Sie hier:

Bericht 2018

Otto Haeslers Erbe in Celle wird gerettet!

Seit Monaten stand auf der Agenda des SPD-Ortsvereins-Celle das Thema „Sanierung der Wohnanlage im Blumläger Feld“ und die Sanierung der“ Altstädter Schule“. Zwei herausragende bauhistorische Werke des Celler Architekten Otto Haesler, errichtet im Stile und im Geiste der Bauhausarchitektur. Es bestand auch direkter Handlungsbedarf, da das Blumläger Feld nur durch eine Totalsanierung hätte wieder völlig hergestellt werden können. Wegen der bauhistorischen Bedeutung beider Anlagen (Blumläger Feld und Altstädter Schule), forderte die Celler SPD im Rahmen einer gut besuchten Mitglieder-und Informationsveranstaltung fast einstimmig, nach durchaus kontroversen, aber sachkundigen Diskussionen, eine Totalsanierung für das Wohnquartier Blumläger Feld vorzusehen und die Altstädter Schule einer qualifizierten Sanierung zuzuführen. Alle Maßnahmen sollen selbstverständlich unter Einhaltung der Vorgaben des Denkmalschutzes umgesetzt werden. Ein Abriss der Wohnanlagen am Blumläger Feld wurde von den Mitgliedern der Celler SPD ausgeschlossen und nicht gewünscht.

Da diese Projekte zur Zeit nicht aus dem Haushalt der Stadt Celle finanziert werden können, sondern ausschließlich über die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) abgewickelt werden müßten, stand das Problem der Finanzierungsmittelbeschaffung auf der Tagessordnung. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dietrich Burggraf suchte aus diesem Grunde zusammen mit dem SPD-Ratsherrn und dem Mitglied des Finanzausschusses Joachim Schulze (SPD) das zuständige Landesministerium in der Landeshauptstadt Hannover auf, um die Problematik der denkmalgeschützten Wohnanlagen vorzustellen und nach Finanzierungsoptionen zu suchen, um entsprechende Fördergelder auf allen Ebenen zu prüfen und zu beschaffen. Die Vorstellungen von Burggraf und Schulze wurden im Ministerium mit großem Interesse aufgenommen. Eine Zusage konnten die Celler noch nicht mit nach Hause nehmen, was auch nicht zu erwarten war.

Parallel hatte die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann Kontakt mit dem haushaltspolitischen Sprecher der SPD im Finanzausschuss des deutschen Bundetages -Johannes Kahrs- Kontakt aufgenommen, um auf der parlamentarischen Ebene Finanzierungsunterstützung für Celle einzuwerben.
Der SPD- Haushaltsexperte Johannes Kahrs besuchte Ende August 2018 die Stadt Celle und verschaffte sich einen Eindruck bezüglich der Sanierungsnotwendigkeiten in der Siedlung Blumläger Feld und direkt in der Altstädter Schule. Noch am gleichen Tag gab es ein Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Stadt Celle (Stadtbaurat Kinder), einem Vertreter der WBG, Herrn Becker von der Haesler-Stiftung, MdB Kirsten Lühmann und den SPD-Vertretern Dietrich Burggraf, Joachim Schulze und „Pütten Klatt“. Zusammen mit Johannes Kahrs wurden ein Konzept und ein Antragsmodell entwickelt, welches vom Celler Stadtbaurat sehr zeitnah und zügig erarbeitet wurde und in Berlin eingereicht werden konnte. Hier wurde der Antrag dann auch entsprechend schnell geprüft und entschieden. Im zuständigen Ausschuss wurde der Antrag in dieser Woche empfohlen. Der Bund will die Sanierungsabsichten hier vor Ort, mit 10,5 Mio.€ fördern. Das bedeutet eine Rettung der Projekte auf hohem Niveau.

Celles SPD-Vorsitzender Burggraf : „Wenn alle vertrauensvoll in dieser Angelegenheit zusammenarbeiten, kann eine solche Sanierungskonzeption nur Erfolg haben. Wir danken insbesondere unserer Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und ausdrücklich Johannes Kahrs, ohne dessen Ideen und Mithilfe dieses Ergebnis für Celle nicht hätte eingefahren werden können. Wir danken aber auch dem Stadtbaurat Kinder, der in kürzester Zeit einen erfolgreichen Antrag mit all seinen Begründungsanlagen erstellt hat, um für unsere Stadt ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen. Dank an alle, die hier aktiv und engagiert für unsere Heimatstadt mitgewirkt haben. Die SPD wird mit Ihrer in dieser Angelegenheit erfolgreichen Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann eng am Thema weiterarbeiten!“

„Dieses ist ein erster entscheidender Schritt, um das Haesler-Erbe in Celle zu wahren und zu erhalten. Dieses kann aber auch der Auftakt zu einer kulturellen Stadtentwicklungsoffensive sein, die das Alleinstellungsmerkmal der einzelnen Haesler-Objekte unterstreicht und herausarbeitet,“ so Schulze abschließend .

Russlandbeauftragter der Bundesregierung diskutiert mit Celler SPD

Der SPD-Abgeordnete Dirk Wiese, stellte im November 2018 auf einer öffentlichen Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Celle die aktuellen Positionen der Bundesregierung dar. Dirk Wiese ist seit April 2018 Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft und hat diese Aufgabe von Gernot Erler (SPD) übernommen. Als weiterer Besucher der Versammlung wurde Herr Neumann von der DMAN (Deutsche Management-Akademie Niedersachsen) ebenfalls herzlich begrüßt.

Als „Russland-Koordinator“ widmete sich Wiese dem Thema „Deutschland und Russland – wie geht es weiter?“ Das deutsch-russische Verhältnis ist geprägt von einer wechselvollen Geschichte, die in den letzten Jahren, Monaten und Tagen deutlich schwieriger geworden ist. Der deutsch-russische Dialog steht vor Herausforderungen, wie man an den Konflikten Russlands mit Georgien und der Ukraine sieht. Hinzu kommen wirtschaftliche Interessen, wie der Bau von Nordstream 2 und außenpolitische Entwicklungen, wie die Nichteinhaltung des INF-Vertrages. All dies bestimmt die tägliche Agenda. Bei all diesen Schwierigkeiten ist Dirk Wiese davon überzeugt, dass Russland für Deutschland das bestimmende Land unmittelbar östlich der Grenzen von EU und Nato ist. Der derzeitige Antagonismus zwischen Russland und dem Westen darf nicht als Normalzustand begriffen werden. Es ist vielmehr die Aufgabe Deutschlands und der EU einen noch engeren Kontakt der Zivilgesellschaft zu unterstützen. Gerade der Austausch der jüngeren Generation aus beiden Ländern kann dabei helfen, einer Entfremdung der Gesellschaften entgegenzuwirken. „Wir“, betonte Wiese mehrmals, „müssen auch den anderen Staaten der Region ein guter Partner sein.“ Es melde sich eine aktive Zivilgesellschaft dort immer häufiger zu Wort, die politische und gesellschaftliche Reformen vorantreiben möchte.
Einige Zuhörer stellten nun die Frage, wie eine gute Zusammenarbeit praktisch funktioniere und welche zeitliche Perspektive für partnerschaftliche Kontakte mit Russland anzusetzen seien.
„Nicht mit einem R, mindestens mit drei – mit Reden, Reden und nochmals Reden auf allen Ebenen! Mit den Vertretern der russischen Gesellschaft und den verantwortlichen Politikern vor Ort. Ein wichtiges Ziel der Kooperation ist es, Dialog und Verständigung nicht nur in Deutschland und Russland zu ermöglichen, sondern auch mit unseren Nachbarn. Verständigung und Vertrauen zwischen Deutschland und Russland kann es dauerhaft nur geben, wenn wir dabei die Interessen und Sorgen unserer Partner berücksichtigen – innerhalb und außerhalb der EU. Die Ostpolitik Willy Brandts richtete sich auf einen Block, der von der damaligen Sowjetunion dominiert war. Heute bildet die Europäische Union das Fundament unserer Politik, als Friedensordnung, die aus den Lehren der Vergangenheit geschaffen wurde. In diesem Rahmen müssen wir die Interessen und die Bedrohungswahrnehmungen unserer Partner berücksichtigen“, so MdB Wiese.

Die Mittel für die Förderung zivilgesellschaftlicher Kontakte mit Russland und den Ländern der Östlichen Partnerschaft wurden in diesem Jahr von 14 auf 17 Millionen, werden nächstes Jahr noch einmal auf 18 Millionen Euro erhöht. „Ich setze mich dafür ein, dass wir junge Menschen möglichst bald von der Visumspflicht befreien. Eine neue Generation, die den Ost-West-Gegensatz nicht als selbstverständlich sieht und die mit Demokratie nicht die schwierigen Neunziger Jahre verbindet, mag einen anderen Blick auf unsere Beziehungen entwickeln, wenn sie die Gelegenheit bekommt, uns zu besuchen, und wenn wieder mehr deutsche Jugendliche für Russland begeistert werden“, schloss Wiese die Diskussion.

Die Versammlung endete mit einem herzlichen Dank an den Sauerländer Dirk Wiese mit einem Bildband zum Haesler-Jubiläum in Celle 2019. Der Runde Tisch Europa des SPD OV Celle trifft am 14.01.2019 19:00 im Braunen Hirsch zusammen und intensiviert dieses und andere Themen.

Info:
Dirk Wiese ist Mitglied des Bundestages (MdB) für den Hochsauerlandkreis
und Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft.

Große Jubiläumsfeier zu 150 Jahren SPD Celle in der Congress Union

Der SPD Ortsverein Celle wurde 1868 gegründet und ist damit die traditionsreichste demokratische Partei in Celle. Über eineinhalb Jahrhunderte hat unsere Partei bereits in besonderer Weise Verantwortung übernommen und Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche gestaltet.
Wir sind -ohne falsches Pathos- stolz auf 150 Jahre sozialdemokratische Geschichte, auf mutige und engagierte Genossinnen und Genossen, die sozialdemokratische Politik gestaltet haben, die Haltung gezeigt, wenn nötig Widerspruch und Widerstand geleistet und unsere Stadt weiterentwickelt haben.

Gleichermaßen legten wir mit dieser Feier unser Augenmerk auf die Gegenwart und die Zukunft. Deswegen haben wir in diesem Rahmen auch zum ersten Mal die Lisa-Korspeter-Medaille für herausragendes Engagement verliehen. Unsere Preisträger Rosemarie Mikolaiczak und Harald Jahnke machten sich durch jahrelange Arbeit als „stille Kümmerer“ um die Menschlichkeit und die Idee von der sozialen Demokratie verdient. Die Medaille sollen Ihnen Ehrung und Motivation zugleich sein.

Als Gastredner konnten wir unseren Festredner Wolfgang Jüttner, Ehrenvorsitzender im Bezirk Hannover, den Celler Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, den Vorsitzenden der Celler AG der Personal- und Betriebsräte Ralf Laumert, die Superintendentin des Kirchenkreises Celle Dr. Andrea Burgk-Lempart sowie den Vorsitzenden der SPD im Unterbezirk Celle Maximilian Schmidt begrüßen. Ihre wertschätzenden und ermutigenden Worte motivieren uns zur engagierten Weiterarbeit.




Ratsfraktion: Stellungnahme zum Jugendclub

Die SPD-Stadtratsfraktion hat mit großer Sorge die Äußerungen der zuständigen Dezernentin Susanne McDowell, im o.g. Zeitungsbericht, welcher sich mit der Schließung des Jugendclubs in der Celler Bahnhofstraße beschäftigt, zur Kenntnis genommen. Frau McDowell wird dort mit der Aussage zitiert: „Im Moment sind genug Jugendangebote vorhanden, um Anlaufpunkte zu finden.“

Dazu erklärt Christoph Engelen, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion und Vorsitzen-der des städtischen Jugendhilfeausschusses: „Die Aussage von Frau McDowell entspricht nicht der Meinung der SPD-Fraktion und wir widersprechen dieser Aussage auch ausdrücklich. In ganz Celle und auch speziell in Neuenhäusen gibt es nicht ausreichende Angebote für Jugendliche. Bereits heute ist zum Beispiel im Haus Nr. 7 der CD-Kaserne der Bedarf an Öffnungszeiten, aufgrund der fehlenden Bezuschussungen von Personalkosten durch die Stadt, nicht gedeckt. Wenn jetzt auch noch der Jugendclub in der Bahnhofstraße schließt, wird die Situation nicht besser. Es ist blauäugig von Seiten der Stadtverwaltung zu hoffen, dass sich die Stammbesucher des Jugendclubs und Nutzer der verschiedenen pädagogisch wertvollen Angeboten dort, ohne Probleme umorientieren und irgendwo anders ein Alternativprogramm finden. Die SPD-Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass es weiterhin im Stadtgebiet von Celle mind. drei Jugendtreffs mit einem „offene Tür Charakter“ geben wird.“

Bürgernah und politisch aktiv – Die Halbjahresbilanz des SPD Ortsvereins Celle 2018

Der Vorstand legt zum ersten Mal ein Halbjahresbilanz vor. Es geht darum, den Kommunikations- und Informationsfluss zu verbessern und allen die Möglichkeit zu geben, sich persönlich einzubringen.

Herzliche Einladung zum Mitmachen!

Der Ortsverein hat im Juni 2018 313 Mitglieder; zum Vergleich im Jahr 2016 298 sowie 2017 302 (Im ersten Halbjahr 2018 24 Eintritte, 8 Austritte, 5 Verstorbene).

Praktische Beteiligungsmöglichkeiten für Mitglieder

Teilnahme am informellen Stammtisch:

Jeweils am 1. Mittwoch des Monats, Celler Saal – TuS CELLE CLUBHAUS | Nienburger Str. 28, ab 19 Uhr

Teilnahme und Mitarbeit an Multiplikatoren-Treffen (Runde Tische):

Kultur: mit Vertreterinnen der nicht-etablierten Kultur am 3.08.18, Info und Anmeldung: bei Achim Schulze (05141/3495858)
Europa: erstes Treffen ab September 2018, Info und Anmeldung bei Katrin Kämpfer (Katrinkk@web.de)
Arbeit: erstes Treffen mit Personal- und Betriebsräte ab September 2018, Info und Anmeldung bei Nina Graap (nina.graap@spd-celle.de)
Bildung: erstes Treffen ab Oktober 2018, Info und Anmeldung bei Susi Schult (0176-62285599)
Soziales:erstes Treffen ab Oktober 2018, Info und Anmeldung bei Yannick Tahn (Yannick.Tahn@gmx.de)

Die Runden Tische wenden sich gezielt an eingeladene Multiplikatoren und fachlich Interessierte der Stadtgesellschaft. Es sind (vorerst) keine öffentlichen Veranstaltungen, aber für interessierte SPD-Mitglieder offen. Weitere Runde Tische sind in Planung. Das Ziel ist, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Die SPD kümmert sich und ist Ansprechpartnerin! Die SPD lernt aber auch dazu und qualifiziert sich! Dazu brauchen wir alle Interessierten!!

Teilnahme und Mitarbeit an Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe Geschichte: Info und Anmeldung bei Josef Gierse, 05141-9780081
Arbeitsgruppe Info-Stand: Info und Anmeldung bei Gerd Skradde, 0151-72404910
Arbeitsgruppe Mitgliederbetreuung: Info und Anmeldung bei Gerd Skradde, 0151-72404910

Weitere Beteiligungsmöglichkeiten für alle Mitglieder:

1. Teilnahme am Blumenläger Sommerfest am Sonnabend, 8.09.2018, ab 14:00 Uhr
2. Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung „150 Jahre SPD Celle“ am Sonnabend, 09.2018 um 11:00 Uhr in der Union / Saal Celle
3. Teilnahme an den parteiöffentlichen Vorstandssitzungen, in der Regel jeweils am dritten Mittwoch im Monat, LKH, 19:00 Uhr

Auf dem Weg zur Aktivierung und Profilierung
Diese Beteiligungsmöglichkeiten sind zentrale Bausteine eines langfristig angelegten Konzeptes zur Aktivierung und Profilierung unserer Partei vor Ort. Es wurde in der gut besuchten Mitgliederversammlung am 14.03.2018 ausführlich vorgestellt. Intern hat der Vorstand dieses Konzept in zwei Klausursitzungen beraten; außerdem wurden regelmäßig Vorstandssitzungen durchgeführt sowie eine Mitgliederehrung im festlichen Rahmen für langjährige SPD Mitgliedschaften (03.03.2018) und eine öffentliche Gedenkveranstaltung (8.04.2018) für die Opfer der Celler Menschenjagd 1945. Beide Sonderveranstaltungen werden 2019 fortgesetzt. Zudem haben wir uns traditionell am 1. Mai auf der Stechbahn beteiligt.

Gute Zusammenarbeit mit Stadtrats- und Kreistagsfraktion
Mit der Stadtratsfraktion unter Führung von Patrick Brammer und mit unseren Mitgliedern der Kreistagsfaktion unter Führung von Mathias Pauls aus unserem Ortsverein arbeiten wir eng zusammen. Diese Fraktionen sind der „kommunalpolitische Arm“ unserer Partei; sie arbeiten als von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Abgeordnete eigenverantwortlich in Abstimmung mit den Grundsatzbeschlüssen der Partei.
Besondere gemeinsame Themenfelder waren u.a. die Schulpolitik, die Jugendpolitik/Verlagerung der Jugendhilfe, die fehlenden Kindergartenplätze, der Ausbau des Nordwalls und der Allerinsel sowie die Sportförderung.
Eine Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe, so von der CDU und ihren Freunden erneut beschlossen, ist für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ebenso undenkbar wie der Verzicht auf die dringend erforderliche Sanierung Neuenhäusens. Ein erfolgreicher Beschluss im städtischen Bau-Ausschuss zugunsten der erforderlichen Sanierung hat deutlich gemacht, dass in Sachfragen eigene Mehrheiten möglich sind. Wir werten dies als exemplarischen Erfolg und gratulieren in der Hoffnung, dass diese Mehrheit auch im Rat sichtbar wird.
Zur Rettung der Haesler-Bauten hat der Vorstand öffentlich Stellung genommen und sich bei der Haesler-Stiftung sowie im Umwelt- und Städtebau-Ministerium Hannover weitergehend informiert. Das Ergebnis liegt der MV in Form eines Antrages vor.
Zur Rettung von „Kunst & Bühne“ wird sich ein gemeinnütziger Verein bilden. Wir sind eingeladen, als Fördermitglied diese gute Initiative zu unterstützen. Celle darf nicht kaputt gespart werden!

Arbeitsgemeinschaften, Schulung von Neumitgliedern und verbesserte Logistik
Ergänzt wird diese Halbjahresbilanz durch den Hinweis auf die aktive Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften und Projekten des Unterbezirks durch unsere Vorstandsmitglieder Gerd Skradde (Vorsitzender AG 60+), Yannick Tahn (Vorsitzender AG Jusos) sowie bei der Einführung von neuen Mitgliedern (SPD ABC) durch Dietrich Burggraf und durch Angela Hohmann und Dirk¬ Ulrich Mende aus unserem Ortsverein. Dass wir auch die Logistik verbessern und ein neues zentrumnahes Depot in der Blumenlage 106 eingerichtet haben, stärkt unsere Arbeitsfähigkeit in zukünftigen Aktionen und Wahlkämpfen. Hier ist besonders Josef Gierse zu danken.

Positive Halbjahresbilanz – für ein buntes, weltoffenes, soziales Celle
Wir ziehen damit eine überaus positive Halbjahresbilanz. Mit langem Atem dient unsere Arbeit dazu, gute Vorgaben und Rahmenbedingungen zu schaffen, die unsere Partei aktiviert, profiliert und vor Ort neu aufstellt. In vergleichsweise großer Geschlossenheit und mit ersten guten Ergebnissen!
Dabei sind wir freilich auch in besonderer Weise von der Bundes- und Landesebene abhängig. Vor allem auf der Bundesebene ist ein politisch-programmatischer Erneuerungsprozess nicht zu erkennen. Das belastet uns. Vor Ort liegt es auf der Hand, dass unser Organisationsentwicklungsprozess, ehrenamtlich betrieben, erst am Anfang steht und mit langem Atem weiterverfolgt werden muss.
Wir machen dies im Bewusstsein, dass weder diese Stadt noch das Land den National-Konservativen und Rechten überlassen werden darf, wollen wir sozialen Frieden und Demokratie erhalten und ausbauen. Es ist ein Gebot der Stunde, nationalen Abschottungen an den Grenzen, aber auch in den Köpfen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und der Ideologie des Neoliberalismus entgegen zu wirken. Vor allem die schleichende Akzeptanz menschenfeindlicher Positionen und irrationaler Abgrenzungen in der bürgerlichen Mitte sind besorgniserregend.
Deshalb beteiligten wir uns u.a. auch, um ein Zeichen zu setzen, aktiv am „Bündnis für ein weltoffenes Celle“ gegen den Aufmarsch der rechtsradikalen „Patrioten“ am 30.06.2018 in der Trift. Wir sind für ein buntes, weltoffenes, soziales Celle, in dem sich gut leben und arbeiten lässt.

Neue Auszeichnung für ein politisches Engagement und Soziale Demokratie im Nahbereich
Im Jubiläumsjahr hat der Vorstand nun beschlossen, eine Auszeichnung für politisches Engagement und Soziale Demokratie im gesellschaftlichen Nahbereich zu verleihen. Wir denken dabei besonders an jene langjährigen Genossinnen und Genossen, die vor Ort und eher still, aber verlässlich ihre gemeinwohlorientierte Arbeit leisten. Dieser „Kümmerer-Preis“ ist nach der ersten Celler Bundestagsabgeordneten Lisa-Korspeter-Preis benannt worden und wird – nicht dotiert- im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung am 22.09.2018 in Form einer Medaille feierlich verliehen.
Vorschläge können bis zum 01.09.2018 von Allen an den OV-Vorstand (Jury) gerichtet werden.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Weiterarbeit!

Dietrich Burggraf, für den Vorstand Celle, 19.06.2018

Infobrief: Politische Entwicklungen und Aktionen des SPD-Ortsverein Celle

Liebe Genossinnen und Genossen,

die nächste Mitgliederversammlung findet am 20. Juni 2018 statt – deshalb informiere ich Euch mit diesem Brief vorab über politische Entwicklungen und Aktionen unserer Partei.

In angemessener Würde und mit dem Blick nach vorne haben wir Anfang März langjährige Mitglieder geehrt.
Ebenfalls im März fand eine gut besuchte Mitgliederversammlung statt, in der wir unser Arbeitsprogramm vorgestellt haben: „Bürgernah und politisch aktiv“ heißt unser langfristig angelegtes Programm, um mit möglichst vielen Multiplikatoren, Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wir möchten zu unterschiedlichen Themengebieten „Runde Tische“ einrichten – zum Diskutieren, sich austauschen, Ideen sammeln und politisch umsetzen. Zur nächsten Mitgliederversammlung werden Termine und Einladungen für alle vorliegen.

Und am Sonntag, 8. April, dem Jahrestag der schrecklichen Menschenjagd durch Celler Bürger und Ermordung von Kindern, Frauen und Männern aus ganz Europa, die nach einem Bombenangriff aus ihrem Gefangenentransport am Bahnhof im April 1945 flüchteten, haben wir für die Opfer in einer kleinen Gedenkstunde am Mahnmal in der Trift und auf dem Waldfriedhof einen Kranz und Blumen niedergelegt. Gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt einzutreten – für Menschlichkeit, Toleranz und soziale Demokratie, das bleibt eine aktuelle Aufgabe.

Wir freuen uns nach wie vor über eine ganze Reihe neuer Mitglieder. Im Unterbezirk hat unser Ortsverein eine gewichtige Stimme. Mit der Stadtratsfraktion und ihrem Vorsitzenden, Patrick Brammer, arbeiten wir eng zusammen, so wie mit der Kreistagsfraktion und ihrem Vorsitzenden Mathias Pauls aus unserem Ortsverein. Wir stehen gemeinsam für ein weltoffenes Celle, in dem sich gut leben und arbeiten lässt.

Dabei sind wir eine lebendige Partei, die unterschiedliche Menschen, Positionen und Meinungen zusammenbringt. Deshalb gehört die politische Auseinandersetzung zu unserem Alltag. Dies gilt auch für unsere Stadtratsfraktion. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten halten allerdings – entgegen anderslautender Gerüchte – zusammen, weil es ihnen nicht um Ämter und Personalien sondern um die Sache geht.

Auf diesem Weg gehen wir gemeinsam weiter. Nicht zuletzt werden wir mit dem Blick nach vorn im Laufe des Jahres das 150jährige Jubiläum unseres Ortsvereins in besonderer Weise gemeinsam feiern. Die Erneuerung der Partei, das lehrt uns die Geschichte, fängt vor Ort auf kommunaler Ebene an und braucht einen langen Atem. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten beweisen auch heute immer wieder neu, dass sie sich der Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger stellen.

Am 1. Mai beteiligen wir uns gemeinsam mit den Jusos an der DGB-Kundgebung mit einem Info-Stand auf der Stechbahn. Ich rufe Euch auf, an der Kundgebung teilzunehmen! Es geht um gute Arbeit und gutes Leben!! Und um ein Zeichen der Solidarität mit denen, die um ihre Arbeitsplätze, für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen müssen.

Ich wünsche Euch und uns allen einen politisch starken, schönen 1. Mai 2018.

Herzliche Grüße
Euer Dietrich Burggraf

Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Menschenjagd vom 08. April 1945

Am Morgen des 08. April 2018 hat der SPD-Ortsverein Celle gemeinsam mit der AG 60+ und den Jusos Celle der Opfer des Pogroms und der grausamen Menschenjagd vom 08. April 1945 gedacht. Zur Erinnerung an die von BürgerInnen und NS-Einheiten getöteten KZ-Häftlinge legten wir Kränze am Mahnmal in den Triftanlagen und an der Grabstätte auf dem Waldfriedhof nieder. Es bleibt unsere Aufgabe – heute und jederzeit – die Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht unvergessen zu machen: als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und als politische Partei.

Für alle, die bei der Gedenkveranstaltung nicht dabei sein konnten, veröffentlichen wir hier die Rede des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dietrich Burggraf zum Nachlesen:

Rede zur Kranzniederlegung am 8. April 2018 am Denkmal in den Triftanlagen Celle zur Erinnerung an das Pogrom vom 8. April 1945, der Menschenjagd und Ermordung von über 600 Menschen durch Celler Bürger.

Anrede

Wir sind hier versammelt, um an die Opfer des Massakers von Celle zu erinnern und den Opfern still zu gedenken. Ich sage als SPD-Ortsvereinsvorsitzender eine kurze Einführung und Erklärung. Weitere Reden sind nicht vorgesehen. Aber, nach der Kranzniederlegung, ich sage es jetzt schon, sind alle eingeladen, mit uns auf den Waldfriedhof zu den Gräbern zu fahren…
Wir stehen am Mahnmal für mehrere hundert Tote, die Ende des 2. Weltkrieges von Celler Bürgern ermordet wurden. Initiiert ist diese Erinnerung heute vom SPD-Ortsverein Celle gemeinsam mit der SPD-Stadtratsfraktion und den Arbeitsgemeinschaften, Jung und Alt, der Jusos und der AG 60 plus. Und aus diesem Kreis hat sich dankenswerter Weise auch eine Gruppe darum bemüht, in den letzten Tagen dieses Denkmal zu pflegen und zu putzen. Dennoch ist dies keine parteipolitische Veranstaltung.
Eingeladen und zur Teilnahme aufgefordert sind heute und in Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände und jene Parteien, bunt statt braun, die für Toleranz gegenüber Jedermann, und jedefrau, für Freiheit, Menschlichkeit und demokratische Grundwerte eintreten. Wir sind hier in der Trift heute vergleichsweise wenige. Aber auf`s Ganze gesehen: Wir sind viele!! Ja, wir sind Celle!! Das andere, nicht-national-konservative demokratische Celle, weit über weltanschauliche Bindungen und Parteigrenzen hinaus.
Es ist nicht möglich, Geschichte zu entmachten. Es gibt keine Gnade der späten Geburt. Die Geschichte holt uns immer wieder ein, nicht zuletzt in den heftigen Reflexen der Stammtische, der Rechtspopulisten, der alltäglichen Fremdenfeindlichkeit, des Antisemitismus und des Rassismus. Es ist die Geschichte unserer Großeltern und Urgroßeltern. Sie liegt über 70 Jahre zurück. Es ist unsere Geschichte. Und sie ist gegenwärtig. Ob wir wollen oder nicht.
Es war schrecklich. Am 8. April 1945. Und an den folgenden Tagen.
Der Bahnhof wird von alliierten Streitkräften bombardiert. Und damit auch ein Güterzug, der mit über 4000 Häftlingen, ein Räumungstransport aus dem KZ Neuengamme bei Hamburg, zusammengepferchte Menschen, Kinder, Frauen und Männer, ohne nennenswerte Versorgung auf dem Weg in das Inferno des KZ Bergen Belsen. Es gibt unzählige Opfer. Die Wachmannschaften türmen. Die Überlebenden befreien sich. Sie flüchten in die umliegenden Kleingärten und ins Neustädter Holz auf der Suche nach Schutz und Nahrung. Ohne Ortskenntnis, krank und entkräftet.
Wenige Stunden später sammelt der Oberbürgermeister der Stadt „ehrbare“ Bürger und fordert sie auf, zu ihren Jagdwaffen zu greifen und veranstaltet – unterstützt von Organisationen des NS Regimes, der Polizei, der SS, der Wehrmacht und des Volkssturms – jene erbarmungslose Menschenjagd, der mehrere hundert Menschen hilflos zum Opfer fallen. Sie durchkämmen das Neustädter Holz. Bis tief in die Nacht waren Schüsse und Schreie zu hören. Und an den folgenden Tagen auch. Am Schluss in Bergen Belsen: Von den 4000 Menschen des Transportes überlebten 1500 bis zum Eintreffen der Alliierten. Das sind die schrecklichen Fakten.
Aber es geht nicht allein um Opferzahlen. Jahrzehnte lang wurde alles verschwiegen. Erst seit Anfang der 8oer Jahre hat sich eine Bürgerinitiative der Geschichte des Massakers angenommen. In den 90er Jahren wurde dieses Mahnmal, vor dem wir stehen, errichtet. Schamhaft platt, unkenntlich, aus der Entfernung nicht wahrzunehmen, während die Kriegerdenkmale hier in der Triftanlage weithin sichtbar sind.
Leid lässt sich nicht aufrechnen. Über Schuld richten wir Jüngeren zwei Generationen später nicht. Das ist historisch entschieden. Unsere Aufgabe ist, nach vorwärts zu erinnern.
Ich sage es mit den Worten des zu früh verstorbenen ev.-luth. Superintendenten Sundermann. Ich zitiere aus seiner Rede anlässlich der von Oberbürgermeister Mende 2015 angeregten Erinnerungsveranstaltung, damals, 70 Jahre danach:
„Was bleibt nach (über) 70 Jahren? Natürlich der Apell, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Es bleibt aber zugleich die Erkenntnis, dass an anderen Orten der Welt unschuldige Menschen verfolgt werden, gequält werden, sterben müssen. … Angesichts dessen, was in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in Deutschland passierte, haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes dafür gesorgt, dass mit Artikel 16a das Recht auf Asyl in unserer Verfassung verankert ist. Wenn wir heute der schrecklichen Ereignisse…gedenken, sollten wir auch die Konsequenzen für unser heutiges Handeln ziehen…Auch auf diese Weise wollen wir des 8. Aprils 1945 gedenken, dem Tag, an dem Menschen aus Russland, der Ukraine und Polen, dazu Franzosen und Niederländer, Deutsche und Tschechen, Jugoslawen, Ungarn, Belgier, Dänen und Italiener, auch Bulgaren, Griechen, Spanier, Letten und andere kaum eine Hilfe von der Celler Bevölkerung bekamen.“ Ende des Zitats.
Wir wollen in der Stille der Opfer des Celler Massakers gedenken.
– Stille Pause –
Ich danke Ihnen und Euch.
Ich bitte nun darum, Kranz und Blumen nieder zu legen.
Zum Abschluss schließe ich, wie dies auch bereits 2015 erfolgte, mit einem Gedicht von Oskar Ansull:
Güterbahnhof
All das hat Bilder gepflanzt, ich war noch nicht geboren, war nicht dabei, doch sehe ich
Die Bilder, scharf, doppelt belichtet; wahrgenommen, wahrgeworden…
Die verstohlenen Blicke, hinter den Gardinen, die Worte – hinter vorgehaltenen Händen, die Weitergetragene Botschaft – vom Zug, Viehwaggons, die Zahlen schwanken, in Büchern- stehen sie verzeichnet.
Jetzt stehen sie auf den Gleisen. Niemand bringt Wasser, durch – herausgebrochene Spalten – ringt das Vieh nach Luft, schreit – aus notgeöffneten Lücken, vielstimmig, mehrsprachig mt – menschlichen, tierischen Lauten, auch deutsch, gebrochen.
Die Sonne steht im Zenit. Mittagsstille. Ob die Gleise, – das Stellwerk, übers Gelände zieht – Pesthauch, drängt in die Straßen, – an die Fenster; das untrügliche – Gemisch: Pisse, Scheiße, Kadaver.
Stumme Blicke: – stiere aus den Waggons, abgewandte, gesenkte der Vorübergehenden – und mein Blick, geschlossenen Auges, – all das hat Wurzeln geschlagen im Hirn.

Ich danke Ihnen und Euch. Die Veranstaltung ist beendet. Wer sich uns anschließen will, ist willkommen. Wir fahren jetzt zu den Gräbern auf dem Waldfriedhof.

Haesler-Bauten: „Erst prüfen, dann entscheiden!

Joachim Schulze (SPD) appelliert erneut an die Celler CDU: „Lassen Sie uns in der Sanierungsfrage Blumläger Feld Gemeinsamkeiten suchen.
Otto Haeslers Erbe ist wichtiger, als parteipolitischer „Ping-Pong“!“

„Es ist ja zu begrüßen, dass nun auch die Celler CDU den Weckruf in Sachen Haesler-Sanierung im Blumläger Feld vernommen hat. Nur die Schlussfolgerungen des geschätzten Kollegen Wille sind nicht ganz nachvollziehbar“ so SPD-Vorstandsmitglied und Ratsherr Joachim Schulze.

„Vorab,“ so Schulze, „eine Klarstellung: Nirgendwo ist historisch dokumentiert, dass Haesler in den 30-iger Jahren gesagt haben soll, dass die Lebensdauer seiner Bauten im Blumläger Feld auf 50 Jahre begrenzt sein sollten. Dieses absurde Argument kann also für die Abrissbegründung des CDU-Kollegen Wille nicht herhalten.
„Die angespannte Haushaltssituation der Stadt Celle ist insbesondere mir, als Mitglied des Finanzausschusses, mehr als gegenwärtig. Aus diesem Grunde hat der SPD-Vorsitzende Dietrich Burggraf auch dazu aufgerufen, gemeinsam mit allen Ratsfraktionen noch ernsthafter und intensiver nach alternativen Finanzierungshilfen zu suchen, um eben WBG und städtischen Haushalt nicht unverhältnismäßig zu belasten.“, so Schulze.

Herr Wille ist offensichtlich bezüglich der Bedeutung des historischen Erbes Otto Haeslers, nicht ausreichend informiert und sensibilisiert worden.
Diese Siedlungsanlage mit ihren einmaligen Komponenten des sozialen Wohnungsbaus, hat einen Alleinstellungswert und muss architektonisch als besonders wertvoll eingestuft werden.

„Wenn wir Herrn Willes Vorschlag folgen würden und die Bauten im Blumläger Feld radikal abreißen würden, dann wäre diese Celler Sehenswürdigkeit für den Architekturtourismus für immer verloren. Aber gerade in diesem Tourismusbereich will sich doch die Stadt Celle zukünftig völlig neu positionieren. Das passt doch nun überhaupt nicht zusammen. Der/die interessierte Besucher /in sucht nicht die Kopie im Sinne von „Disneyland“, sondern er kommt allein wegen des Originals und das könnten wir als Stadt noch anbieten. Aus diesem Grunde muss der Versuch gemeinsam unternommen werden, noch zu retten, was zu retten ist.“

„Es könnte eine erfolgreiche Rettungsaktion für Celle werden, die wir gemeinsam auf die Beine stellen sollten. Insbesondere um zu beweisen: Celle kann mehr!“

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