SPD-Ortsverein Celle

Ihre SPD in der Stadt Celle

Herzlich willkommen

bei der SPD in der Stadt Celle! Hier auf unserer Website finden Sie Informationen zu uns und unserer Arbeit. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kritik – und ganz besonders, wenn Sie mitmachen wollen! Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Ihr Dietrich Burggraf
Vorsitzender des
SPD-Ortsvereins Celle

Bürgernah und politisch aktiv – Die Halbjahresbilanz des SPD Ortsvereins Celle 2018

Der Vorstand legt zum ersten Mal ein Halbjahresbilanz vor. Es geht darum, den Kommunikations- und Informationsfluss zu verbessern und allen die Möglichkeit zu geben, sich persönlich einzubringen.

Herzliche Einladung zum Mitmachen!

Der Ortsverein hat im Juni 2018 313 Mitglieder; zum Vergleich im Jahr 2016 298 sowie 2017 302 (Im ersten Halbjahr 2018 24 Eintritte, 8 Austritte, 5 Verstorbene).

Praktische Beteiligungsmöglichkeiten für Mitglieder

Teilnahme am informellen Stammtisch:

Jeweils am 1. Mittwoch des Monats, Celler Saal – TuS CELLE CLUBHAUS | Nienburger Str. 28, ab 19 Uhr

Teilnahme und Mitarbeit an Multiplikatoren-Treffen (Runde Tische):

Kultur: mit Vertreterinnen der nicht-etablierten Kultur am 3.08.18, Info und Anmeldung: bei Achim Schulze (05141/3495858)
Europa: erstes Treffen ab September 2018, Info und Anmeldung bei Katrin Kämpfer (Katrinkk@web.de)
Arbeit: erstes Treffen mit Personal- und Betriebsräte ab September 2018, Info und Anmeldung bei Nina Graap (nina.graap@spd-celle.de)
Bildung: erstes Treffen ab Oktober 2018, Info und Anmeldung bei Susi Schult (0176-62285599)
Soziales:erstes Treffen ab Oktober 2018, Info und Anmeldung bei Yannick Tahn (Yannick.Tahn@gmx.de)

Die Runden Tische wenden sich gezielt an eingeladene Multiplikatoren und fachlich Interessierte der Stadtgesellschaft. Es sind (vorerst) keine öffentlichen Veranstaltungen, aber für interessierte SPD-Mitglieder offen. Weitere Runde Tische sind in Planung. Das Ziel ist, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Die SPD kümmert sich und ist Ansprechpartnerin! Die SPD lernt aber auch dazu und qualifiziert sich! Dazu brauchen wir alle Interessierten!!

Teilnahme und Mitarbeit an Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe Geschichte: Info und Anmeldung bei Josef Gierse, 05141-9780081
Arbeitsgruppe Info-Stand: Info und Anmeldung bei Gerd Skradde, 0151-72404910
Arbeitsgruppe Mitgliederbetreuung: Info und Anmeldung bei Gerd Skradde, 0151-72404910

Weitere Beteiligungsmöglichkeiten für alle Mitglieder:

1. Teilnahme am Blumenläger Sommerfest am Sonnabend, 8.09.2018, ab 14:00 Uhr
2. Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung „150 Jahre SPD Celle“ am Sonnabend, 09.2018 um 11:00 Uhr in der Union / Saal Celle
3. Teilnahme an den parteiöffentlichen Vorstandssitzungen, in der Regel jeweils am dritten Mittwoch im Monat, LKH, 19:00 Uhr

Auf dem Weg zur Aktivierung und Profilierung
Diese Beteiligungsmöglichkeiten sind zentrale Bausteine eines langfristig angelegten Konzeptes zur Aktivierung und Profilierung unserer Partei vor Ort. Es wurde in der gut besuchten Mitgliederversammlung am 14.03.2018 ausführlich vorgestellt. Intern hat der Vorstand dieses Konzept in zwei Klausursitzungen beraten; außerdem wurden regelmäßig Vorstandssitzungen durchgeführt sowie eine Mitgliederehrung im festlichen Rahmen für langjährige SPD Mitgliedschaften (03.03.2018) und eine öffentliche Gedenkveranstaltung (8.04.2018) für die Opfer der Celler Menschenjagd 1945. Beide Sonderveranstaltungen werden 2019 fortgesetzt. Zudem haben wir uns traditionell am 1. Mai auf der Stechbahn beteiligt.

Gute Zusammenarbeit mit Stadtrats- und Kreistagsfraktion
Mit der Stadtratsfraktion unter Führung von Patrick Brammer und mit unseren Mitgliedern der Kreistagsfaktion unter Führung von Mathias Pauls aus unserem Ortsverein arbeiten wir eng zusammen. Diese Fraktionen sind der „kommunalpolitische Arm“ unserer Partei; sie arbeiten als von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Abgeordnete eigenverantwortlich in Abstimmung mit den Grundsatzbeschlüssen der Partei.
Besondere gemeinsame Themenfelder waren u.a. die Schulpolitik, die Jugendpolitik/Verlagerung der Jugendhilfe, die fehlenden Kindergartenplätze, der Ausbau des Nordwalls und der Allerinsel sowie die Sportförderung.
Eine Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe, so von der CDU und ihren Freunden erneut beschlossen, ist für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ebenso undenkbar wie der Verzicht auf die dringend erforderliche Sanierung Neuenhäusens. Ein erfolgreicher Beschluss im städtischen Bau-Ausschuss zugunsten der erforderlichen Sanierung hat deutlich gemacht, dass in Sachfragen eigene Mehrheiten möglich sind. Wir werten dies als exemplarischen Erfolg und gratulieren in der Hoffnung, dass diese Mehrheit auch im Rat sichtbar wird.
Zur Rettung der Haesler-Bauten hat der Vorstand öffentlich Stellung genommen und sich bei der Haesler-Stiftung sowie im Umwelt- und Städtebau-Ministerium Hannover weitergehend informiert. Das Ergebnis liegt der MV in Form eines Antrages vor.
Zur Rettung von „Kunst & Bühne“ wird sich ein gemeinnütziger Verein bilden. Wir sind eingeladen, als Fördermitglied diese gute Initiative zu unterstützen. Celle darf nicht kaputt gespart werden!

Arbeitsgemeinschaften, Schulung von Neumitgliedern und verbesserte Logistik
Ergänzt wird diese Halbjahresbilanz durch den Hinweis auf die aktive Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften und Projekten des Unterbezirks durch unsere Vorstandsmitglieder Gerd Skradde (Vorsitzender AG 60+), Yannick Tahn (Vorsitzender AG Jusos) sowie bei der Einführung von neuen Mitgliedern (SPD ABC) durch Dietrich Burggraf und durch Angela Hohmann und Dirk¬ Ulrich Mende aus unserem Ortsverein. Dass wir auch die Logistik verbessern und ein neues zentrumnahes Depot in der Blumenlage 106 eingerichtet haben, stärkt unsere Arbeitsfähigkeit in zukünftigen Aktionen und Wahlkämpfen. Hier ist besonders Josef Gierse zu danken.

Positive Halbjahresbilanz – für ein buntes, weltoffenes, soziales Celle
Wir ziehen damit eine überaus positive Halbjahresbilanz. Mit langem Atem dient unsere Arbeit dazu, gute Vorgaben und Rahmenbedingungen zu schaffen, die unsere Partei aktiviert, profiliert und vor Ort neu aufstellt. In vergleichsweise großer Geschlossenheit und mit ersten guten Ergebnissen!
Dabei sind wir freilich auch in besonderer Weise von der Bundes- und Landesebene abhängig. Vor allem auf der Bundesebene ist ein politisch-programmatischer Erneuerungsprozess nicht zu erkennen. Das belastet uns. Vor Ort liegt es auf der Hand, dass unser Organisationsentwicklungsprozess, ehrenamtlich betrieben, erst am Anfang steht und mit langem Atem weiterverfolgt werden muss.
Wir machen dies im Bewusstsein, dass weder diese Stadt noch das Land den National-Konservativen und Rechten überlassen werden darf, wollen wir sozialen Frieden und Demokratie erhalten und ausbauen. Es ist ein Gebot der Stunde, nationalen Abschottungen an den Grenzen, aber auch in den Köpfen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und der Ideologie des Neoliberalismus entgegen zu wirken. Vor allem die schleichende Akzeptanz menschenfeindlicher Positionen und irrationaler Abgrenzungen in der bürgerlichen Mitte sind besorgniserregend.
Deshalb beteiligten wir uns u.a. auch, um ein Zeichen zu setzen, aktiv am „Bündnis für ein weltoffenes Celle“ gegen den Aufmarsch der rechtsradikalen „Patrioten“ am 30.06.2018 in der Trift. Wir sind für ein buntes, weltoffenes, soziales Celle, in dem sich gut leben und arbeiten lässt.

Neue Auszeichnung für ein politisches Engagement und Soziale Demokratie im Nahbereich
Im Jubiläumsjahr hat der Vorstand nun beschlossen, eine Auszeichnung für politisches Engagement und Soziale Demokratie im gesellschaftlichen Nahbereich zu verleihen. Wir denken dabei besonders an jene langjährigen Genossinnen und Genossen, die vor Ort und eher still, aber verlässlich ihre gemeinwohlorientierte Arbeit leisten. Dieser „Kümmerer-Preis“ ist nach der ersten Celler Bundestagsabgeordneten Lisa-Korspeter-Preis benannt worden und wird – nicht dotiert- im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung am 22.09.2018 in Form einer Medaille feierlich verliehen.
Vorschläge können bis zum 01.09.2018 von Allen an den OV-Vorstand (Jury) gerichtet werden.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Weiterarbeit!

Dietrich Burggraf, für den Vorstand Celle, 19.06.2018

Infobrief: Politische Entwicklungen und Aktionen des SPD-Ortsverein Celle

Liebe Genossinnen und Genossen,

die nächste Mitgliederversammlung findet am 20. Juni 2018 statt – deshalb informiere ich Euch mit diesem Brief vorab über politische Entwicklungen und Aktionen unserer Partei.

In angemessener Würde und mit dem Blick nach vorne haben wir Anfang März langjährige Mitglieder geehrt.
Ebenfalls im März fand eine gut besuchte Mitgliederversammlung statt, in der wir unser Arbeitsprogramm vorgestellt haben: „Bürgernah und politisch aktiv“ heißt unser langfristig angelegtes Programm, um mit möglichst vielen Multiplikatoren, Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wir möchten zu unterschiedlichen Themengebieten „Runde Tische“ einrichten – zum Diskutieren, sich austauschen, Ideen sammeln und politisch umsetzen. Zur nächsten Mitgliederversammlung werden Termine und Einladungen für alle vorliegen.

Und am Sonntag, 8. April, dem Jahrestag der schrecklichen Menschenjagd durch Celler Bürger und Ermordung von Kindern, Frauen und Männern aus ganz Europa, die nach einem Bombenangriff aus ihrem Gefangenentransport am Bahnhof im April 1945 flüchteten, haben wir für die Opfer in einer kleinen Gedenkstunde am Mahnmal in der Trift und auf dem Waldfriedhof einen Kranz und Blumen niedergelegt. Gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt einzutreten – für Menschlichkeit, Toleranz und soziale Demokratie, das bleibt eine aktuelle Aufgabe.

Wir freuen uns nach wie vor über eine ganze Reihe neuer Mitglieder. Im Unterbezirk hat unser Ortsverein eine gewichtige Stimme. Mit der Stadtratsfraktion und ihrem Vorsitzenden, Patrick Brammer, arbeiten wir eng zusammen, so wie mit der Kreistagsfraktion und ihrem Vorsitzenden Mathias Pauls aus unserem Ortsverein. Wir stehen gemeinsam für ein weltoffenes Celle, in dem sich gut leben und arbeiten lässt.

Dabei sind wir eine lebendige Partei, die unterschiedliche Menschen, Positionen und Meinungen zusammenbringt. Deshalb gehört die politische Auseinandersetzung zu unserem Alltag. Dies gilt auch für unsere Stadtratsfraktion. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten halten allerdings – entgegen anderslautender Gerüchte – zusammen, weil es ihnen nicht um Ämter und Personalien sondern um die Sache geht.

Auf diesem Weg gehen wir gemeinsam weiter. Nicht zuletzt werden wir mit dem Blick nach vorn im Laufe des Jahres das 150jährige Jubiläum unseres Ortsvereins in besonderer Weise gemeinsam feiern. Die Erneuerung der Partei, das lehrt uns die Geschichte, fängt vor Ort auf kommunaler Ebene an und braucht einen langen Atem. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten beweisen auch heute immer wieder neu, dass sie sich der Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger stellen.

Am 1. Mai beteiligen wir uns gemeinsam mit den Jusos an der DGB-Kundgebung mit einem Info-Stand auf der Stechbahn. Ich rufe Euch auf, an der Kundgebung teilzunehmen! Es geht um gute Arbeit und gutes Leben!! Und um ein Zeichen der Solidarität mit denen, die um ihre Arbeitsplätze, für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen müssen.

Ich wünsche Euch und uns allen einen politisch starken, schönen 1. Mai 2018.

Herzliche Grüße
Euer Dietrich Burggraf

Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Menschenjagd vom 08. April 1945

Am Morgen des 08. April 2018 hat der SPD-Ortsverein Celle gemeinsam mit der AG 60+ und den Jusos Celle der Opfer des Pogroms und der grausamen Menschenjagd vom 08. April 1945 gedacht. Zur Erinnerung an die von BürgerInnen und NS-Einheiten getöteten KZ-Häftlinge legten wir Kränze am Mahnmal in den Triftanlagen und an der Grabstätte auf dem Waldfriedhof nieder. Es bleibt unsere Aufgabe – heute und jederzeit – die Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht unvergessen zu machen: als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und als politische Partei.

Für alle, die bei der Gedenkveranstaltung nicht dabei sein konnten, veröffentlichen wir hier die Rede des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dietrich Burggraf zum Nachlesen:

Rede zur Kranzniederlegung am 8. April 2018 am Denkmal in den Triftanlagen Celle zur Erinnerung an das Pogrom vom 8. April 1945, der Menschenjagd und Ermordung von über 600 Menschen durch Celler Bürger.

Anrede

Wir sind hier versammelt, um an die Opfer des Massakers von Celle zu erinnern und den Opfern still zu gedenken. Ich sage als SPD-Ortsvereinsvorsitzender eine kurze Einführung und Erklärung. Weitere Reden sind nicht vorgesehen. Aber, nach der Kranzniederlegung, ich sage es jetzt schon, sind alle eingeladen, mit uns auf den Waldfriedhof zu den Gräbern zu fahren…
Wir stehen am Mahnmal für mehrere hundert Tote, die Ende des 2. Weltkrieges von Celler Bürgern ermordet wurden. Initiiert ist diese Erinnerung heute vom SPD-Ortsverein Celle gemeinsam mit der SPD-Stadtratsfraktion und den Arbeitsgemeinschaften, Jung und Alt, der Jusos und der AG 60 plus. Und aus diesem Kreis hat sich dankenswerter Weise auch eine Gruppe darum bemüht, in den letzten Tagen dieses Denkmal zu pflegen und zu putzen. Dennoch ist dies keine parteipolitische Veranstaltung.
Eingeladen und zur Teilnahme aufgefordert sind heute und in Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände und jene Parteien, bunt statt braun, die für Toleranz gegenüber Jedermann, und jedefrau, für Freiheit, Menschlichkeit und demokratische Grundwerte eintreten. Wir sind hier in der Trift heute vergleichsweise wenige. Aber auf`s Ganze gesehen: Wir sind viele!! Ja, wir sind Celle!! Das andere, nicht-national-konservative demokratische Celle, weit über weltanschauliche Bindungen und Parteigrenzen hinaus.
Es ist nicht möglich, Geschichte zu entmachten. Es gibt keine Gnade der späten Geburt. Die Geschichte holt uns immer wieder ein, nicht zuletzt in den heftigen Reflexen der Stammtische, der Rechtspopulisten, der alltäglichen Fremdenfeindlichkeit, des Antisemitismus und des Rassismus. Es ist die Geschichte unserer Großeltern und Urgroßeltern. Sie liegt über 70 Jahre zurück. Es ist unsere Geschichte. Und sie ist gegenwärtig. Ob wir wollen oder nicht.
Es war schrecklich. Am 8. April 1945. Und an den folgenden Tagen.
Der Bahnhof wird von alliierten Streitkräften bombardiert. Und damit auch ein Güterzug, der mit über 4000 Häftlingen, ein Räumungstransport aus dem KZ Neuengamme bei Hamburg, zusammengepferchte Menschen, Kinder, Frauen und Männer, ohne nennenswerte Versorgung auf dem Weg in das Inferno des KZ Bergen Belsen. Es gibt unzählige Opfer. Die Wachmannschaften türmen. Die Überlebenden befreien sich. Sie flüchten in die umliegenden Kleingärten und ins Neustädter Holz auf der Suche nach Schutz und Nahrung. Ohne Ortskenntnis, krank und entkräftet.
Wenige Stunden später sammelt der Oberbürgermeister der Stadt „ehrbare“ Bürger und fordert sie auf, zu ihren Jagdwaffen zu greifen und veranstaltet – unterstützt von Organisationen des NS Regimes, der Polizei, der SS, der Wehrmacht und des Volkssturms – jene erbarmungslose Menschenjagd, der mehrere hundert Menschen hilflos zum Opfer fallen. Sie durchkämmen das Neustädter Holz. Bis tief in die Nacht waren Schüsse und Schreie zu hören. Und an den folgenden Tagen auch. Am Schluss in Bergen Belsen: Von den 4000 Menschen des Transportes überlebten 1500 bis zum Eintreffen der Alliierten. Das sind die schrecklichen Fakten.
Aber es geht nicht allein um Opferzahlen. Jahrzehnte lang wurde alles verschwiegen. Erst seit Anfang der 8oer Jahre hat sich eine Bürgerinitiative der Geschichte des Massakers angenommen. In den 90er Jahren wurde dieses Mahnmal, vor dem wir stehen, errichtet. Schamhaft platt, unkenntlich, aus der Entfernung nicht wahrzunehmen, während die Kriegerdenkmale hier in der Triftanlage weithin sichtbar sind.
Leid lässt sich nicht aufrechnen. Über Schuld richten wir Jüngeren zwei Generationen später nicht. Das ist historisch entschieden. Unsere Aufgabe ist, nach vorwärts zu erinnern.
Ich sage es mit den Worten des zu früh verstorbenen ev.-luth. Superintendenten Sundermann. Ich zitiere aus seiner Rede anlässlich der von Oberbürgermeister Mende 2015 angeregten Erinnerungsveranstaltung, damals, 70 Jahre danach:
„Was bleibt nach (über) 70 Jahren? Natürlich der Apell, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Es bleibt aber zugleich die Erkenntnis, dass an anderen Orten der Welt unschuldige Menschen verfolgt werden, gequält werden, sterben müssen. … Angesichts dessen, was in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in Deutschland passierte, haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes dafür gesorgt, dass mit Artikel 16a das Recht auf Asyl in unserer Verfassung verankert ist. Wenn wir heute der schrecklichen Ereignisse…gedenken, sollten wir auch die Konsequenzen für unser heutiges Handeln ziehen…Auch auf diese Weise wollen wir des 8. Aprils 1945 gedenken, dem Tag, an dem Menschen aus Russland, der Ukraine und Polen, dazu Franzosen und Niederländer, Deutsche und Tschechen, Jugoslawen, Ungarn, Belgier, Dänen und Italiener, auch Bulgaren, Griechen, Spanier, Letten und andere kaum eine Hilfe von der Celler Bevölkerung bekamen.“ Ende des Zitats.
Wir wollen in der Stille der Opfer des Celler Massakers gedenken.
– Stille Pause –
Ich danke Ihnen und Euch.
Ich bitte nun darum, Kranz und Blumen nieder zu legen.
Zum Abschluss schließe ich, wie dies auch bereits 2015 erfolgte, mit einem Gedicht von Oskar Ansull:
Güterbahnhof
All das hat Bilder gepflanzt, ich war noch nicht geboren, war nicht dabei, doch sehe ich
Die Bilder, scharf, doppelt belichtet; wahrgenommen, wahrgeworden…
Die verstohlenen Blicke, hinter den Gardinen, die Worte – hinter vorgehaltenen Händen, die Weitergetragene Botschaft – vom Zug, Viehwaggons, die Zahlen schwanken, in Büchern- stehen sie verzeichnet.
Jetzt stehen sie auf den Gleisen. Niemand bringt Wasser, durch – herausgebrochene Spalten – ringt das Vieh nach Luft, schreit – aus notgeöffneten Lücken, vielstimmig, mehrsprachig mt – menschlichen, tierischen Lauten, auch deutsch, gebrochen.
Die Sonne steht im Zenit. Mittagsstille. Ob die Gleise, – das Stellwerk, übers Gelände zieht – Pesthauch, drängt in die Straßen, – an die Fenster; das untrügliche – Gemisch: Pisse, Scheiße, Kadaver.
Stumme Blicke: – stiere aus den Waggons, abgewandte, gesenkte der Vorübergehenden – und mein Blick, geschlossenen Auges, – all das hat Wurzeln geschlagen im Hirn.

Ich danke Ihnen und Euch. Die Veranstaltung ist beendet. Wer sich uns anschließen will, ist willkommen. Wir fahren jetzt zu den Gräbern auf dem Waldfriedhof.

Haesler-Bauten: „Erst prüfen, dann entscheiden!

Joachim Schulze (SPD) appelliert erneut an die Celler CDU: „Lassen Sie uns in der Sanierungsfrage Blumläger Feld Gemeinsamkeiten suchen.
Otto Haeslers Erbe ist wichtiger, als parteipolitischer „Ping-Pong“!“

„Es ist ja zu begrüßen, dass nun auch die Celler CDU den Weckruf in Sachen Haesler-Sanierung im Blumläger Feld vernommen hat. Nur die Schlussfolgerungen des geschätzten Kollegen Wille sind nicht ganz nachvollziehbar“ so SPD-Vorstandsmitglied und Ratsherr Joachim Schulze.

„Vorab,“ so Schulze, „eine Klarstellung: Nirgendwo ist historisch dokumentiert, dass Haesler in den 30-iger Jahren gesagt haben soll, dass die Lebensdauer seiner Bauten im Blumläger Feld auf 50 Jahre begrenzt sein sollten. Dieses absurde Argument kann also für die Abrissbegründung des CDU-Kollegen Wille nicht herhalten.
„Die angespannte Haushaltssituation der Stadt Celle ist insbesondere mir, als Mitglied des Finanzausschusses, mehr als gegenwärtig. Aus diesem Grunde hat der SPD-Vorsitzende Dietrich Burggraf auch dazu aufgerufen, gemeinsam mit allen Ratsfraktionen noch ernsthafter und intensiver nach alternativen Finanzierungshilfen zu suchen, um eben WBG und städtischen Haushalt nicht unverhältnismäßig zu belasten.“, so Schulze.

Herr Wille ist offensichtlich bezüglich der Bedeutung des historischen Erbes Otto Haeslers, nicht ausreichend informiert und sensibilisiert worden.
Diese Siedlungsanlage mit ihren einmaligen Komponenten des sozialen Wohnungsbaus, hat einen Alleinstellungswert und muss architektonisch als besonders wertvoll eingestuft werden.

„Wenn wir Herrn Willes Vorschlag folgen würden und die Bauten im Blumläger Feld radikal abreißen würden, dann wäre diese Celler Sehenswürdigkeit für den Architekturtourismus für immer verloren. Aber gerade in diesem Tourismusbereich will sich doch die Stadt Celle zukünftig völlig neu positionieren. Das passt doch nun überhaupt nicht zusammen. Der/die interessierte Besucher /in sucht nicht die Kopie im Sinne von „Disneyland“, sondern er kommt allein wegen des Originals und das könnten wir als Stadt noch anbieten. Aus diesem Grunde muss der Versuch gemeinsam unternommen werden, noch zu retten, was zu retten ist.“

„Es könnte eine erfolgreiche Rettungsaktion für Celle werden, die wir gemeinsam auf die Beine stellen sollten. Insbesondere um zu beweisen: Celle kann mehr!“

Celler SPD und Celler Jusos reinigen Mahnmal in den Triftanlagen

Am Dienstag, den 03. April 2018, trafen sich Vertreter des SPD-Ortsvereins und der Jusos Celle am „Mahnmal für die Opfer der Menschenjagd im April 1945 in Celle“ in den Triftanlagen, um die nicht mehr lesbaren Inschriften und die Oberflächen zu reinigen.
Mit Putzmitteln, Drahtbürsten und Besen brachten die GenossInnen das Mahnmal wieder zum Glänzen. „Mit dieser Aktion wollen wir unser Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Celle zum Ausdruck bringen.“, begründet Josef Gierse, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, die spontane Aktion. „Zur Erinnerung an die rassistischen und antisemitischen Unmenschlichkeiten gehört auch, die einst errichteten Denkmäler zu pflegen und Instand zu halten. Die Inschriften waren kaum noch zu lesen, das wollten wir gerne wieder ändern.“

„Rettet die Haesler-Bauten am Blumläger Feld!“

…so der öffentliche Apell des Celler SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dietrich Burggraf.

„Die Haesler-Siedlung am Blumläger Feld bildet zusammen mit allen anderen Haesler-Bauten in Celle ein einzigartiges kulturelles Erbe hier bei uns vor Ort.
Die Häuser am Blumläger Feld müssen grundlegend saniert werden und deshalb muss diese Siedlung gerettet werden. Denn diese Haesler-Bauten und Haesler-Siedlungen bilden architektonisch das demokratisch-soziale Gegenüber zum fürstlich-obrigkeitsstaatlichen Schloss und zur mittelalterlich-ständischen Ordnung der Altstadt. Die Haesler-Architektur und die Haesler-Häuser geben Celle ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Es gibt in dieser Geschlossenheit und Größe kein weiteres baugeschichtliches Denkmal der Weimarer Republik heute in Deutschland.“, so Dietrich Burggraf.

Während der Erhalt des Celler Schlosses und der Altstadt selbstverständlich sind, muss für das demokratisch soziale Erbe des „Neuen Bauens“ offensichtlich mehr als geworben und gekämpft werden.

Der SPD-Vorsitzende führt weiter aus:
„Niemand käme auf die Idee, Rentabilitätsrechnungen beim Erhalt des Schlosses anzustellen. Und das ist gut so!
Ich appelliere aber ebenso an alle Verantwortlichen hier in Celle, ob in Verwaltung und Rat, ob in Aufsichtsratsgremien oder Ausschüssen, ob in Stiftungen oder Initiativen, das unwiederbringliche bauhistorische Erbe der Haesler-Bauten nicht weiter zu vernachlässigen oder diese gar zu vernichten bzw. abzureißen. Dieser Apell richtet sich selbstverständlich auch an das Land Niedersachsen.“
„Immerhin handelt es sich heute nur noch um den existierenden, damals 2. Bauabschnitts eines beispielhaften, menschenfreundlichen und bezahlbaren Wohnens in den frühen 30-iger Jahren des letzten Jahrhunderts mit Frankfurter Küche und vielen praktischen Wohnfunktionen auf engem, aber hellem Raum und mit Mietergärten. Gartenstadtcharakter und Zentralheizungssystem. Für die damalige Zeit eine architektonische Revolution, die über Deutschland und Europa hinaus, Aufsehen und Interesse erweckte.“, so Burggraf weiter.
„Der vielleicht gut gemeinte Vorschlag, wenigstens ein Haus als „Erinnerungsstück“ zu erhalten, reduziert das demokratische Erbe dieser einzigartigen Architektur, auf die Celle in ganz besonderer Weise stolz sein kann. Ohne Zweifel ist für die notwendige Sanierung viel Geld in die Hand zu nehmen. Und nur im einvernehmlichen und gemeinsamen Handeln aller kann es aufgebracht werden. Dieses ist auch keine parteipolitische Frage. Hier ist insbesondere vertrauensvolle Zusammenarbeit erforderlich.
Niemand soll meinen, mit einem neuen Celler Stadtmarketing und neuen Blumenkästen in der Altstadt könne man ein Gemeinwesen profilieren, welches gleichzeitig das einzigartige demokratische Erbe verleugnet und zur Abrissbirne greift und simpel abreißt.“, führt Burggraf aus.

Noch ein abschließender Gedanke des Celler SPD-Vorsitzenden zum Schluss:
„Was- über den unmittelbaren Horizont hinaus gesehen- in Celles niedersächsischer Nachbarschaft möglich ist, das muss auch hier in Celle möglich sein; denn weder die Kunsthalle Henry Nannen in Emden, noch Schünemanns Mühle in Wolfenbüttel wären je gebaut oder erhalten geblieben, wenn die Kostenrechner allein entschieden hätten!“

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